Ev. Kirchengemeinden Niedereisenbach, Offenbach/Glan  u. Wiesweiler

Dr. Fischer-Drumm in Kriseninterventionsteam des Bundes berufen Offenbach-Hundheim - In das Kriseninterventionsteam des Bundesministerium des Innern wurde Dr. Herbert Fischer-Drumm berufen. Der Polizeipfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz ist damit Mitglied eines achtzehnköpfigen Teams, bestehend aus Medizinern, Psychologen, Sozialwissenschaftler, Theologen und Polizeibeamten, welches sich um die Wiederherstellung des psychischen und physischen Gleichgewichtes bei jenen Polizeibeamtinnen und -beamten kümmert, die im Rahmen von Auslandseinsätzen besonderen Belastungen und Eindrücken ausgesetzt sind. Unter anderem in ethnisch­religiösen Konflikten, bei hohem Gewaltpotential, schweren Verletzungen und extremen Be-Drohungen und den sich daraus ergebenden Folgen wird auch Dr. Herbert Fischer-Drumm von Berlin aus eingesetzt. Grundsätzlich kommt das KIT bei Todesfällen, Suiziden, schweren Verletzungen, Geiselhaft und deutlichen Bedrohungslagen zum Einsatz. Derzeit sind deutsche Polizeibeamtinnen und -beamten beispielsweise auf dem Balkan oder in Afghanistan eingesetzt. Fischer-Drumm steht in regelmäßigem Kontakt zu den übrigen Teammitgliedern, mit denen er sich auch zu Fort- und Weiterbildungen trifft. Informationsreisen in die Einsatz­gebiete sollen die notwendige Kenntnis vermitteln, im Bedarfsfälle angemessen reagieren zu können.

Von Offenbach-Hundheim aus reist der Polizeipfarrer auch zu den Angehörigen der im Ausland eingesetzten Polizeikräfte, denen er während der so bezeichneten Mission zu Gesprächen und im Betreuungsstelle zur Verfügung steht. "Deutsche Polizisten sind seit Jahren gute Botschafter unseres Landes. Es sind Verbindungen von Menschen zu Menschen entstanden, die auch mit die Grundlage eines friedlichen Miteinanders sind", so Fischer-Drumm. Zugleich erhofft sich der Pfarrer, dass das bereit gestellte Team möglichst wenig zum Einsatz kommen muss. "Mit jedem Einsatz ist sehr viel Leid und Schmerz verbunden, der wie ein Blitz aus heiterem Himmel über die Betroffenen kommt."

Dr. H. Fischer-Drumm


Pfarrer Dr. Fischer-Drumm gab in Offenbach Einblick in seine Arbeit als Polizeipfarrer

Beistand nicht nur in Krisenzeiten

OFFENBACH/GLAN - Seine Idee, Polizeibären aus Plüsch anfertigen zu lassen, die in Streifenwagen mitgeführt werden und vor allem Kindern oft eine wichtige Stütze sein können, machte ihn auch überregional bekannt: Presse, Rundfunk und Fernsehen berichteten über diese Initiative des Polizeiseelsorgers Herbert Fischer-Drumm. Seit Mitte August 2001 wohnt der Theologe in Offenbach-Hundheim am Glan. Grund genug für Pfarrer Johannes Hülser von der evangelischen Kirchengemeinde Offenbach (Kirchenkreis St. Wendel), den Neubürger einmal zu einem Gesprächs­abend ins Gemeindehaus einzuladen. Dort berichtete Fischer-Drumm über seine Arbeit als hauptamtlicher Polizeipfarrer im Auftrag der Protestantischen Landeskirche der Pfalz.

In Zusammenarbeit mit seinem Kollegen vom Bistum Speyer, Hart­mut von Ehr, und dem Gemeinsamen Beirat - einer Art Presbyterium oder Kirchenvorstand- betreut die Polizeiseelsorge rund 7 500 Polizeibeamte in gut 76 Dienststellen. Neben den Polizeiinspektionen gehören dazu auch die Wasserschutzpolizei, die Hubschrauberstaffel sowie Beamte der Kriminal- und Bereitschaftspolizei im westpfälzischen Enkenbach-Alsenborn. Dort wie auch an der Landespolizeischule auf dem Hahn unterrichtet Fischer-Drumm das Fach Berufsethik.

Als biblisches Leitmotiv der Seelsorgearbeit hat sich der 1993 gebildete Beirat ein Wort aus dem Psalm 84 gewählt: „Gott der Herr ist Sonne und Schild". Zum Alltag des Pfarrers, der nach einer Diakonenausbildung über den zweiten Bildungsweg zur Theologie kam, gehört neben der Unterrichtstätigkeit der regelmäßige Besuch verschiedenster Dienststellen, um Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen. Aber auch die Einsatzbegleitung, etwa bei Castor-Transporten, Demonstrationen oder beim Überbringen von Todesnachrichten, gehören zu seinen Aufgaben.

Mit Zeitungsausschnitten und Videobändern dokumentierte Fischer-Drumm den Zuhörern in Offenbach Ausschnitte seiner Tätigkeit, die eher selten in die Öffentlichkeit dringt. Als Mitglied des rheinland-pfälzischen Kriseninterventionsteams betreut er zusammen mit Psychologen und Sozialarbeiter Polizisten nach traumatischen Erlebnissen wie etwa dem Gebrauch der Schusswaffe oder nach spektakulären und in besonderem Maße grausamen Unfällen oder Verbrechen. Diese Erlebnisse führten seinen Worten zufolge häufig zu Wesensveränderungen bei den Betroffenen. Nicht umsonst sei die Selbstmordrate unter den Polizeibeamten auffällig hoch und liege deutlich über dem Durchschnitt.

Auch im Auftrag des Bundesinnenministeriums ist der Seelsorger tätig; etwa in der Betreuung von Auslandseinsätzen und der anschließenden Reintegration der Polizisten, die beispielsweise im Kosovo stationiert waren. Zu den positiven Erfahrungen seiner Tätigkeit, die er zuvor schon zusätzlich zur Arbeit als Pfarrer der protestantischen   Kirchengemeinde Odenbach im Nebenamt versah, gehört auch die Organisation von Studienfahrten und natürlich die vielen, über den Bereich der Pfälzischen Landeskirche verteilten Gottesdienste, die er zusammen mit Beamten in Uniform anbietet.

Quelle: Der Weg  Nr. 8 vom 17. Februar 2002 , Seite 20


Stand: 11. Dezember 2003