Ev. Kirchengemeinden Niedereisenbach, Offenbach/Glan  u. Wiesweiler

 Kloster- und 
Apostelkerb
 
 Konzerte  Gospelgottesdienste
 
Kultursommer
RLP 
Tag
des offenen Denkmals

Veranstaltungen

Informationen zu unserem aktuellen Konzertprogramm erhalten Sie jeweils im neuen Gemeindebrief.

Kultursommer Rheinland-Pfalz 2014

Sarband

Das vollkommene Licht“: Konzertreihe „Via madiaeval“ gastierte in der Abteikirche in Offenbach/Glan in der Reihe 

2014 Kultursommer in Rheinland-Pfalz ( Bildbericht PDF )

Kultursommer Rheinland-Pfalz 2013

Ensemble Stella Maris Basilea

Kultursommer 2013 Rheinland-Pfalz: Ensemble Stella Maris Basilea

Quelle: DIE RHEINPFALZ Nr. 221 vom 23.09.2013

Kultursommer Rheinland-Pfalz 2012

The Armed Man

Kultursommer 2012 Rheinland-Pfalz: THE ARMED MAN - Mass of Children

Link zum Bildbericht( PDF-Datei)

Kultursommer 2012

Ein iranischer Frauenchor zu Gast:
„Hohelied Salomonis“
mit dem Kammerchor

Link zum Bildbericht ( PDF-Datei )


Kultursommer Rheinland-Pfalz 2011

Ensemble Tetraktys " Tres gentil cuer"

Konzert in der Abteikirche am 11. September 2011

Kultursommer 2011 KultursommerKultursommer
Kultursommer Kultursommer Kultursommer Kultursommer


Kultursommer Rheinland-Pfalz 2009

La contenance angloise - Geistliche Musik des frühen 15. Jahrhunderts

Ensemble "chant 1450"

Konzert in der Abteikirche am 27. September 2009

 

               
Ensemble "chant 1450"
:Javier
Robledano Cabrera, Countertenor ; Daniel Manhart, Tenor; Juan    
Diaz de Corcuera, Tenor; Elizabeth Rumsey, Fidel; Masako Art, Harfe: Marc
Lewon, Laute und Fidel

Informationen zum Ensemble aus dem Programmheft:

chant 1450 besteht seit
dem Sommer 2003 und singt das geistliche und weltliche Repertoire des
15. und 16. Jahrhunderts. Das internationale Ensemble hat den Anspruch,
sich mit den besten europäischen Formationen messen zu können. Im
Januar 2005 sang chant 1450 eine erste Konzertreihe La contenance
angloise - geistliche Vokalmusik des 15. Jahrhunderts mit großem Erfolg
in der Schweiz. Es folgten viel beachtete Debüts in Deutschland,
Italien und Tschechien und Auftritte an renommierten Festivals wie etwa
dem Rheingau Festival (D) oder der 5. A cap-pella-Woche in Hannover (D).
Im Herbst 2007 erschien die erste CD des Ensembles Du fond de ma pensée
-Psalmen und Chansons der frankofonen Reformation, im Februar 2009 die
zweite CD ...et lux perpetua - Trauermusik der Renaissance. Geplant sind
in den nächsten Jahren Tourneen durch ganz Europa.

chant 1450 pflegt ein äußerst selten
zu hörendes Repertoire, etwa die großen A cappella-Messen des 15.
Jahrhunderts oder die Psalmmotetten der französischen Reformation um
1570. Je nach Programm wird das Vokal-Ensemble durch verschiedene
Instrumentalisten ergänzt. Als Spezialität verfolgt chant1450 eine
offene Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Genres, etwa mit Paul
Giger, Violine, bekannt durch seine Einspielungen für ECM, oder mit
Mich Gerber, Kontrabass.

Kritik aus der lokalen Presse:

Im
Bann der schönen Klänge

Das Ensemble Chant 1450 präsentiert Chormusik aus dem frühen
15. Jahrhundert

VON
DESIREE KOHL

Seit
zehn Jahren macht der Kultursommer Rheinland-Pfalz S
tation in
Offenbach-Hundheim. Auch in diesem Jahr ist die Abteikirche
Veranstaltungsort für hochkarätige Konzerte. Am Sonntag präsentierte
sich im Rahmen der Konzertreihe „Vokalmusik entlang der Romanischen
Straße" das international renommierte Ensemble „chant
1450". Mit einem äußerst selten zu hörenden Repertoire nahmen
die Musikerinnen und Musiker ihr Publikum mit zurück in die Zeit des frühen
15. Jahrhunderts.

Auch 2009 orientiert sich die Konzertreihe am Motto
des Kultursommers, „Cool Britannia", und thematisiert die künstlerische
und kulturelle Bedeutung Großbritanniens. Mit ihrem Programm „La
contenance angloise" unternahmen chant 1450 eine Reise durch die
Entwicklungsgeschichte des „engeischen süßen Gesangs", der
erstmals zu Beginn des 15. Jahrhunderts Aufmerksamkeit erregte und zu
einer Stilwende in der Musikgeschichte führte.

Die neue Technik der Engländer gab dem schönen
Zusammenklang aller Stimmen Vorrang vor der oftmals mathematisch
determinierten Einzelstimme. Nach und nach übernahmen auch andere
Komponisten die neue Arbeitsweise und schrieben im englischen Stil.
Chant 1450 boten an diesem Abend einige der wichtigsten Werke von
Komponisten wie John Dunstaple, Leonel Power, Cuillaume Dufay, Gilles
Binchois und Johannes Brassart dar, unterstützt von Laute, Harfe und
Fidel.

Das Konzert wurde eröffnet mit einem einstimmigen gregorianischen
Introitus, den die beiden TenöreJuan Diaz de Corcuera und Daniel
Manhart derart sicher und homogen vortrugen, als hätten sie nur eine
Stimme. In wechselnden Besetzungen zeigten die sechs Musikerinnen und
Musiker fortan ihr Können - a cappella, rein instrumental oder als En
semble. Besonderen Eindruck hinterließen die
mehrstimmigen Motetten wie Guillaume Dufays „O tres piteulx - Omnes
amici eius", bei denen sich der französische Text und die hohe
Stimme von CountertenorJavier Ro-bledano Cabrera und der lateinische
Cantus firmus der beiden Tenöre überlagerten. Die getragenen, ruhigen
Klänge versetzten die Zuhörer mitunter in meditative Ruhe und Andacht.

Elizabeth Rumsey (Fidel), Masako Art (Harfe) und
Marc Lewon (Laute, Fidel) trugen mit ihren Instrumenten einen wichtigen
Teil zum reichen Ensembleklang bei und brillierten auch solistisch mit
Transkriptionen alter Werke, wie „Annavasanna tertia" aus dem
Buxheimer Orgelbuch, dargeboten in einer Bearbeitung für Harfe. Die
Akustik der Abteikirche tat ein Übriges - noch Sekunden lang standen
die Schlussakkorde im Kirchenraum. Mit Guillaume Dufays „Supremum est
mortalibus" ver­abschiedeten sich chant 1450 nach anderthalb
Stunden von ihrem Publikum. Der lang anhaltende Applaus der rund 90
begeisterten Zuhörer wirkte: Erst nach einer Zugabe verließ das
Ensemble letztlich die Kirche.

Mit „La contenance angloise" haben chant
1450 ein außergewöhnliches Programm auf hohem Niveau zusammengestellt.
Die Musikerinnen und Musiker überzeugten durch ihre profunde
musikalische Technik, eine sichere Intonation und die große Klangfülle,
in der jedoch die Weg weisende Leichtigkeit des englischen Stils immer
die Oberhand behielt. Chant 1450 entführten in eine Welt alter Klänge,
die aber selbst heute, nach mehr als 500 Jahren, das Publikum durch ihre
Klangschönheit fasziniert und in ihren Bann zieht.

Quelle:
DIE RHEINPFALZ – Nr. 226 vom 29.09.2009

 

  Link zu weiteren Informationen ( auf einer Sonderseite)

Die Darbietung wurde von SWR 2 Kultur aufgezeichnet. 


Kultursommer 2008 Rheinland-Pfalz

„De Divisione Societatis“

Die Drei-Stände-Gesellschaft  des Mittelalters

Ensemble „laReverdie“

Abteikirche Offenbach-Hundheim 

21. September 2008 

 

Die
Darbietung wurde vom Rundfunk aufgezeichnet  (
SWR 2 Kultur).

Ensemble „laReverdie“

Im Jahre 1986
gründeten zwei Schwesternpaare (Claudia u. Livia 
Caffagni und
Elisabetta u. Ella de
Mircovich) aus Italien das mittelalterliche Ensemble. Der Name,
abgeleitet
von einem poetischen Genre, welches die Wiederkehr des Frühlings
feiert, offenbart vielleicht die Haupteigenschaft einer Gruppe, die seit
nunmehr über 20 Jahren sowohl Publikum wie auch Kritiker mit der
Vielfalt in ihrer Herangehensweise an das enorme und vielfältige
Repertoire des Mittelalters begeistert.

„laReverdie“
widmet sich in Offenbach-Hundheim ganz dem Reihen-Motto entsprechend der
ständischen Gliederung der  mittelalterlichen
Gesellschaft.

(Auszüge
aus dem Programmheft)

 

      

      

wenn DIE
sonne
AUFGEHT

         
Das renommierte Vokalensemble La Reverdie gastiert in der Abteikirche

                  
Vom unserem Mitarbeiter Markus H E N Z

  Auch Jahrhunderte später hat das Mittelalter offenbar nichts von seiner Faszination eingebüßt. So sprießen nicht nur allerorten entsprechende Märkte aus dem Boden, die all zu oft aber eher kommerzielle Zwecke verfolgen. Einen ganz anderen Weg geht die Veranstaltungsreihe „Vokalmusik entlang der romanischen Straße", die auch in diesem Jahr einen Abstecher zur Offenbach-Hundheimer Abteikirche unternahm. Zu Gast war das Ensemble „La Reverdie".

 Das
hat sich seit seiner Gründung 1986 in Italien internationales Renommée
erarbeitet. Die beiden Geschwisterpaare Claudia und Livia Caffagni sowie
Elisabetta und Ella de Mircovich beleuchteten mit ihren glasklaren
Stimmen] und Laute, Fidel, Harfe und Blockflöte eine in der
Musikwissenschaft verhältnismäßig junge Disziplin, die soziologischen
Zusammenhänge der gesellschaftlichen Situation jener Zeit.

 
So gliederte sich ihre
Darbietung in drei Teile, die ihre Entsprechung im damals herrschenden
Gesellschaftssystemen finden. Standen zu Beginn liturgische Stücke des
klerikalen Repertoires, so folgten Lieder über Helden und Schurken der
Kriegerklasse, ehe sich das Quartett der Themen der arbeitenden Klasse
zwischen Jagen und Tierzucht annahm.

Spiegelt
der Ensemblename die Wiederkehr des Frühlings, so ging gleich zu Beginn
der Veranstaltung im übertragenen Sinne die Sonne auf. Mit angenehmer

Tongebung, sauberster Intonation und faszinierendem Gleichklang präsentierten
sie zwei Gesänge des 12. Jahrhunderts ohne Begleitung, einmal
syllabisch mehrstimmig und einmal Mellismen, die unisono vorgetragen
wurden, ehe sich nach und nach Harfe, Glocken und andere Instrumente
dazu gesellten.

Von
besonderem Reiz war dabei der Vortrag einer Eigenkomposition, die auch
die Stimme instrumental einsetzte, ehe mit „Frigus hinc est horridum"
und seinen tänzerischen Rhythmen dem Frühling und der erwachenden
Natur gehuldigt wurde und der Übergang zu den nicht nur positiven
Seiten der mit vielerlei Kriegen übersäten Zeiten gelang.

Ein
bewegendes, instrumentales Lamento bildete als Kontrast den Auftakt, dem
sich eine Schmähung der gelegentlich, abtrünnigen Kirchenvertreter
anschloss, ehe die Minne blühte und ein Ritter verehrt wurde, den wohl
nur eine starke Frau aufhalten kann.

Sprachlich
wechselten sich Latein, Italienisch und Französisch ab. Doch es gab
auch einen Abstecher auf die grüne Insel mit zwei irischen Traditionals,
die wiederum von kriegerischen Auseinandersetzungen zum Leben der
untersten Klasse überleiteten.

Besonders
eindrucksvoll dabei dies Unrecht schreiende, von verletzter Unschuld und
brachialer Gewalt kündende Pastorella „Ich was ein chint" am
Ende des Programms. Unglaublich, dass es das Ensemble schaffte, die Schändung
eines Kindes herauszuschreien, ohne dass auch nur ein einziger Ton
geschmerzt hätte. Und doch war die Botschaft deutlich, trotz oder wegen
des verwendeten Mittelhochdeutschen.

Einziger
Wermutstropfen des gelungenen Abends war jedoch das Programmheft. Nicht
nur wegen der viel zu kleinen Schrift, sondern auch der ärgerlich
vielen Schreibfehler sowie der lieblosen Aufmachung wegen , die mehr
Sorgfalt wert gewesen wäre.

Quelle: DIE RHEINPFALZ - Nr. 223 -
Kultur regional - 23. September 2008


Das jüngste Gericht

Kirchenoper von Dietrich Buxtehude

Aufführung in der Abteikirche am 08.08.08

Kultursommer Rheinland-Pfalz 2008

Link zum Bildbericht


Kultursommer 2007 Rheinland-Pfalz

Das Ensemble Diadema gastierte am Tag des offenen Denkmals 2007 in der Abteikirche

.......eine kleine Feder......

Hildegard von Bingen in Musik und Politik

B.Wehner
als männlicher Gegenpart

Weitere Informationen zu dieser
Veranstaltung in der Reihe „Kultursommer Rheinland-Pfalz“ finden Sie
unter:
Broschüre
in
PDF-Format (637 kb)

 

wie
IN
ALTEN Klosterhallen

„Eine kleine
Feder" in Offenbach-Hundheim: Das Ensemble Diadema präsentiert
Kompositionen von Hildegard von Bingen

 von
unserer Mitarbeiterin Friederike Trippen

„Eine
kleine Feder" - so lautete das Programm eines Konzertes, das
am Sonntag in der ReiheVokalmusik entlang der
Romanischen Straße" des Kultursommers Rheinland-Pfalz
stattfand.
Wie „eine kleine Feder", so leicht und weich, sanft
schwebend und rein, sang auch das Ensemble Diadema
geistliche Kompositionen von Hildegard von Bingen, wozu die Abteikirche Offenbach- Hundheim einen idealen Rahmen bot. Zum einen
konnten sich die Gesänge in diesem Klangraum großartig
entfalten, zum anderen fällt das Todesjahr Hildegards (1179) mit
den Plänen zum Bau dieser Kirche zusammen.

In
einem hervorragenden Konzert führte das Frauenquintett Diadema
aus Berlin Amy Green, Heike 0.Scheel, Allegra Silbiger, Anja Simon
und Susanne Wilsdorf) die Zuhörer zurück in das Mittealter.
Durch die für heutige Ohren zunächst etwas befremdliche, aber
dennoch bewundernswerte Musik konnte das Publikum in die
(Gedanken-) Welt Hildegards eintauchen. Die Gesänge in lateinischer
Sprache, technisch perfekt und klanglich brillant vorgetragen,
wirkten authentisch. Sie zogen einen so in ihren Bann, dass man
vor dem inneren. Auge die Äbtissin mit ihren Nonnen durch alte
Klosterhallen wandeln sehen konnte.

Die Sängerinnen
von Diadema bestachen durch glasklare Töne, gestochen scharfe
Klangfärbung sowie ausdrucksstarke Stimmen in einer präsenten,
intensiven Vortragsweise, wiederkehrende Themenfolgen gestalteten
sie differenziert und farbig, jede Sängerin erwies sich als
hervorragende Solistin. Doch gerade im gemeinsamen Unisono, sauber
und synchron intoniert, präsentierten sie sich als eine
harmonische Einheit. In Stücken, in denen mehrere Stimmen mit
Liegetönen eine Klangbasis bildeten, faszinierten sie mit einer
geradezu betörenden Klangdichte. Dabei erwies sich Hildegards
Musik als anspruchsvoll, virtuos, mit Koloraturen und unerwarteten
Melodie Führungen, die alle Sängerinnen spielerisch und
federleicht meisterten. Für den männlichen Gegenpart sorgte
dabei Burkard Wehner, der gesangliche Soloparts übernahm.

Mit
weiteren Ensemblemitgliedern präsentierte er zudem zwischen den
Musikstücken Passagen aus Briefwechseln Hildegards mit König
Konrad III,, Kaiser Friedrich I., Magister Odo von Soissons sowie
Papst Eugen III. Auch der Titel des Konzertes ist ein Zitat aus
einem Brief, den Hildegard an Papst Eugen geschrieben hat: „Dem
König gefiel es, eine kleine Feder zu berühren, dass sie
wunderbar emporfliege. Und ein starker Wind trug sie, damit sie
nicht sinke," In der von Männern dominierten Welt des
Mittelalters hatte die Äbtissin erstaunlichen Einfluss auf
weltliche Geschehnisse. Die Gesänge setzten sich inhaltlich mit
den Themen der Briefe auseinander Besonders eindrucksvoll nahm
„O viridissima virga" („Oh allergrünster Zweig")
die bilderreiche Sprache des Briefes an Papst Eugen III. auf. Die Ensemblemitglieder
gingen auf das Solo der Vorsängerin ein. Dabei bauten sie jeweils
auf deren Spannungsbogen auf und ließen ihn weiter aufblühen.

 Quelle:
Die Rheinpfalz Nr. 211 vom 11.09.07  

Bereits 1998 gab es zu
Hildegard von Bingen eine Aufführung in der Abteikirche:

"
Hildegard von Bingen: Tönendes Licht "Eine
musikalisch-szenische Annäherung

- vgl.  Seite
Konzerte ( ganz unten )  mit Aufnahmen in damals einfacher digitaler
Technik-


Ensemble Ordo Virtutum: Mysterienspiel „Ordo virtutum" (Spiele der Kräfte)

Aufführung in der ehemaligen  Abteikirche in Offenbach-Hundheim am 16.09.2005

Vokalmusik entlang der Romanischen Straße  Kultursommer 2005 Rheinland-Pfalz

Das Ensemble Ordo Virtutum wurde vom Musikwissenschaftler Stefan Johannes Morent gegründet und versteht sich als Spezialensemble für Musik des Mittelalters, das vor allem auf dem Gebiet des Musiktheaters, aber auch in kleineren kammermusikalischen Besetzungen tätig ist. Ziel ist die Verbindung von Interpretation und musikwissenschaftlicher Forschung, um einen Zugang zur musikalischen Welt des mittelalterlichen Europa zu eröffnen. Das Ensemble arbeitete mit renommierten Interpreten mittelalterlicher Aufführungspraxis (Jill Feldman, Andrea von Ramm, Sterling Jones) zusammen betreibt für jedes Projekt umfangreiche eigene Forschungsarbeit und erhielt inzwischen Einladungen zu zahlreichen Festivals in Europa, USA und Australien.

Ensemble Ordo Virtutum nach der  Aufführung in der Abteikirche

 Kaum eine Frauengestalt des Mittelalters ist heute so bekannt und genießt in verschiedensten Bereichen eine solche Wertschätzung wie Hildegard von Bingen (1098-1179), die große Äbtissin, Theologin und Komponistin. Als dialogisches Drama beschreibt Hildegard in ihrem Mysterienspiel „Ordo virtutum" (Spiele der Kräfte) die krisenreiche Entwicklung der Seele von der Sehnsucht nach Gott, der Angst vor den Strapazen dieses Weges, über die Flucht in die Verlockungen von Gier und Egozentrik, bis zur Rückkehr zur Lebendigkeit mit Hilfe der Gotteskräfte: Ein mystischer Erkenntnisweg in der Art eines frühes Oratoriums, das durch seine wahrhaft dramatische Entwicklung und seinen kühnen Melodien fasziniert. Musik und Texte wurden vom Ensemble „Ordo Virtutum" neu aus dem so genannten „Rupertsberger Riesencodex übertragen, wobei insbesondere der differenzierten Interpretation der Neumenschrift starke Aufmerksamkeit galt. Dabei wurde eine spezielle Gesten-Sprache entwickelt, die auf der jahrhundertelangen Tradition der klösterlichen Gebärdensprache beruht Unter Leitung des Mittelalterspezialisten Stefan Johannes Moroni bringt das Ensemble die bereits in Los Angeles und San Diego gezeigte und von der Presse hoch gelobte Produktion nun nach Deutschland.  Quelle (Auszug) : www.kultursommer.de

 

       

 


Canto Quaternio

    Emilio de Cavalieris „Rappresentatione di Anima e di Corpo"

Bilder von der Premiere  am Freitag, 2. Juli 2004, 20 Uhr, in der Abteikirche

Kultursommer  2004 Rheinland-Pfalz

 

 

Bild vom Konzert in hoher Auflösung (Link)      

hohe
STILISTISCHE kompetenz UND werktreue

Emilio
de Cavalieris Oper „Rappresentatione di Anima e di Corpo" in
der Abteikirche Offenbach-Hundheim

  „Oper in der Kirche"
- eine Antinomie, ein Widerspruch in sich? Historisch betrachtet
keinesfalls, denn bei den ersten Opern, um 1600 kamen antikisierend
Stoffe aus der griechischen Sagenwelt oder Mythologie zur Aufführung.
Die zweite, heute bekannte Oper namens „Euridice" nach der
Orpheus-Sage gilt als das antike Gleich­nis vom Musiker
schlechthin. So wie hier die Tragödie als allegorische Figur in
Erscheinung tritt, setzt auch die in Offenbach aufgeführte Oper von
Cavalieri im „Spiel von Seele und Leib" personifizierte
Begriffe wie Körper, Seele, Verstand oder Vergnügen ein; die
handelnden Figuren verkörpern diese Begriffe, zeigen Konflikte auf,
und somit ist die Tendenz der Aufführung moralisierend wie in den
mittelalterlichen Mysterienspielen.

Die
Charakterisierung der Personen und ihrer Konflikte durch spezielle
In­strumente und Rhythmen, das Einbeziehen von Tanz und Pantomime,
historischen Kostümen mit Masken und Verwandlungen sowie symbolträchtige
Reliquien und Kleinodien weltlicher Macht wie Schwert und Krone fügten
sich in Offenbach zu einem tief bewegenden Erlebnis, das den
Menschen metaphysisch oder anthropologisch einst dem Himmel zuführen
sollte; dies entsprach ganz der Vermittlung durch die katholische
Kirche in der Gegenreformation. Eine Aufführung dieser Oper setzt
fundiertes musikhistorisches Wissen, auch über den
geistesgeschichtlichen Hintergrund, voraus. In Offenbach zeigte sich
in jeder Hinsicht der szenisch-darstellerischen Gestaltung, der
musikalisch-theatralischen  
Abläufe und der werkimmanenten Parameter (Tempi, Spielweise,
Stilisierung) eine hohe stilistische Kompetenz und profunde
Werkkenntnis, für die Brigitte Seidler-Winkler (Regie und
Stimmbildung) und der künstlerische Leiter, Kreiskantor Roland Lißmann,
einstanden.

Im ersten Akt mit dem
Zwiegespräch und Konflikt zwischen Körper (Burkhard Zass) und
Seele (Angela Lösch) stehen durch den Einfluss der Zeit
(personifiziert durch Jochen Bahr) Fragen der Vergänglichkeit und
der Hinführung zu Gott im Mittel­punkt der Handlung. Im zweiten
Akt bedrohen irdische Verlockungen und Verführungen der Welt (Oder
Mondo, verkörpert durch Klaus Pohlit) diese Hinführung zu Gott.
Der dritte Akt stellt Gegensätze wie Himmel und Hölle, Erlöste
und Verdammte, dar. Der gute Rat (od. Consiglio, gespielt von
Richard Logiewa) kann schließlich warnend und einlenkend die
Harmonie wieder herstellen, so dass Körper und Seele im Lob Gottes
vereint sind.

Die
Aufführung in Offenbach sah in dieser Thematik einen überzeitlichen
(über den Zeiten stehend), zeitlosen und endlosen Stoff, legte die
Inszenierung daher weniger streng historisierend als
theologisch-philosophisch und in der klugen Personenregie
tiefen-psychologisch an. Es gelang eine in sich sehr schlüssige,
aussagefähige und ausdrucksstarke Deutung, die weit über das
hinaus ging, was man im Rahmen des Rheinland-Pfälzischen
Kultursommers erwarten durfte.

Das
Einbeziehen hoch spezialisierter Kräfte wie das Instrumental-En­semble
„L'Arpa festante" aus München auf historischen Instrumenten
garan­tierte den richtigen Tonfall, sorgte für Authentizität und
spielerische Solidität im besten Sinne in der prägnanten
Artikulation und Charakterisierung von Spielfiguren und Motiven.
Alle Vokal-Solisten erbrachten überzeugend den klingenden Nachweis,
mit histori­scher Aufführungspraxis bestens vertraut zu sein. Vom
Lamento (Klagelied) bis zum ariosen, höchst kunstvoll
ausgearbeiteten Ziergesang setzt sich mit jeder Note die
stilistische Kompetenz dieser Vokalisten durch, wobei die betörend
schön geführte Stimme von Angela Lösch (als Anima, Seele) noch in
ihrer Eindringlichkeit und Gestaltungskraft hervorzuheben ist.

Roland
Lißmann konnte seine einleuchtenden Werk- und Tempovorstellungen
zwingend vermitteln, hatte das klangliche Dreigestirn aus Chor,
Solis­ten und Instrumental-Ensemble im Griff, leitete mit Übersicht,
inspirierte und führte alle Kräfte zu musikalischer Einheit
zusammen.

Die
Kantorei des evangelischen Kirchenkreises Sankt Wendel löste ihre
Aufgabe, die Handlung zu kommentieren und zu analysieren,
hervorragend. Zwei gegenüber in den Seitenschiffen platzierte
Chorgruppen im Geiste der Venezianischen Mehrchörigkeit gestalteten
in Intonation und Diktion überzeugend und ließen mit ihren
klanglichen Qualitäten aufhorchen. Eindringliche Deklamation, klare
Aussprache und hohe Textverständlichkeit waren die
„Markenzeichen" dieser Kantorei, die sich nachdrücklich für
weitere anspruchsvolle Aufgaben dieser Art empfahl.      
Bericht von dem Mitarbeiter Reiner Henn

Quelle:
Die Rheinpfalz, Nr. 153 vom 5. Juli 2004

 

Ehe
auf  italienisch

Kantorei des evangelischen Kirchenkreises
St. Wendel zeigt Kirchenoper

Oper in der Kirche

Wenn ein „Engelschor" in der Kuppel
singt, „Verdammte Seelen" durch die Abteikirche Kirche
flitzen und sich das „Weltliche Leben" auf einem Stuhl in
Offenbach-Hundheim fläzt - dann kann eigentlich nur eines passiert
sein: Die Kantorei des evangelischen Kirchenkreises St. Wendel ist
wieder am Werk. Und hat sich diesmal eines besonderen Stückes
angenommen, Emilio de Cavalieris „Rappresentatione di Anima e di
Corpo" - einer Kirchenoper. Premiere ist am Freitag, 2. Juli,
20 Uhr, in der Abteikirche, Aufführungen in St. Goar (3. Juli),
Kirchenbollenbach (8. Juli) und Otterberg (10. Juli) schließen sich
an.

„Rappresentatione di Anima e di Corpo"
basiert auf einem Zwiegespräch zwischen „Seele" und „Körper"
in der Tradition der zu dieser Zeit populären Allegorien - das Stück
wurde 1600 in Rom, der Geburtsstadt Cavalieris, der unter anderem
als Musikdirektor am Hofe der Medici in Florenz wirkte, uraufgeführt.
„Wie bei einem alten Ehepaar", meint schmunzelnd Kantor
Roland Lißmann. Doch nicht nur „Seele" und „Körper"
werden in dieser Kirchenoper, einer Mischung aus barocker Oper und
geistlichem Mysterienspiel, verkörpert, vielmehr verweist zum
Beispiel der „Verstand" passenderweise (Oper in der Kirche!)
auf die Herrlichkeit des Himmels, während der „Gute Rat" vor
der Hölle warnt.

Die „Anima" singt Angela Lösch, die
diese Rolle auch schon beim Internationalen Opernfestival Schloss
Rheinsberg übernommen hatte, „Corpo" wird dargestellt von
Burkhard Zass. Claudia Kemmerer ist als „Vita mondana", Ralf
Peter als „Angelo Custode" zu hören. Weitere Solisten sind
Ingo Wackenhut, Jochen Bahr, Klaus Pohlit und Richard Logiewa. Die
Begleitung übernimmt das Münchener Barockorchester L'arpa festante.
Ein Chor begleitet die Handlung kommentierend, will heißen: die Sänger
der Kantorei, die sich dafür extra in Mönchskutten hüllen werden.

Überhaupt: Requisiten werden einige benötigt,
wird „Rappresentatione di Anima e di Corpo", „Das Spiel von
Seele und Körper", doch auch szenisch umgesetzt (Oper!). Eine
Herausforderung für alle Beteiligten, wie Lißmann zugibt. Hinzu
kommt, der Titel des Werks lässt es schon ahnen, dass auf
Italienisch gesunden wird. „Wir haben uns wegen der Aussprache
beraten lassen", verrät der Kreiskantor - doch keine Angst,
die Zuhörer werden während der Aufführungen einen deutschen Text
zur besseren Verständlichkeit erhalten.

Viel zu tun gab es also. Seit Ende des
vergangenen Jahres probt die Kantorei schon für dieses
Mammutprojekt, bereits das zweite innerhalb kurzer Zeit. Denn Anfang
November wurde erst Mozarts „Requiem" aufgeführt.
„Normalerweise haben wir alle zwei Jahre in der Kantorei ein größeres
Projekt", berichtet Lißmann. Doch diesmal gab es eine Ausnahme
- der rheinland-pfälzische Kultursommer, der sich das Motto Italien
auf die Fahnen geschrieben hat, machte es möglich. Auch wenn die
Kantorei diesmal ein viel älteres Werk als im November präsentiert
- Regie rührte Brigitta Seidler-Winkler, wenigstens eine Parallele
zum „Requiem" gibt es dennoch: Das Plakat, das für die
Kirchenoper wirbt, wurde wieder einmal von einem regionalen Künstler
gestaltet. Diesmal allerdings nicht von Horst Schwab, sondern von
Reiner Mährlein, der in Rothselberg zuhause ist. (zs)

www.kultursommer.de

Quelle: Die Rheinpfalz, Nr. 139 vom
18.06.2004


La Camerata Vocale Brive - Le Concert dans l` Œuf   -    Un Llibre Vermell

Abteikirche,  Offenbach- Hundheim 29. September 2002, 18.00 Uhr

Romanische Straße und Vokalmusik - Voix et Route Romane

Grenzüberschreitendes Festival Elsaß/Pfalz

Kultursommer 2002 Rheinland-Pfalz e.V. - Festival Voix et Route Romane

 

Begeistert wurde das Konzert des mittelalterlichen Musikensembles Le
Concert dans l'Oeuf aufgenommen , das eine Begegnung mit
mittelalterlicher Lyrik und kunstvoller Musik, die auch volkstümliche
Klänge mit einmischte, auf zahlreichen mittelalterlichen Instrumenten
darbot. Begleitet wurde das Ensemble von dem Chor La
Camerata Vocale, der
seine stimmliche Qualität in der für solche Gesangsdarbietungen
besonders gestalteten Akustik der Abteikirche hervorragend entfalten
konnte. Zur Aufführung kam das
LlibreVermell von Montserrat.
Es handelt sich dabei um 
eine Sammlung von 10 Gesangstücken für den Pilger, das in der
katalonischen Abtei von Montserrat, einem der aktivsten religiösen
Zentren des mittelalterlichen Spaniens, aufbewahrt wird. Pfarrer Hülser
begrüßte das Publikum und entschuldigte sich dabei für die
unbehaglichen Temperaturen in der Kirche, da augenblicklich die Heizung
repariert werden muss. Besondere Beachtung fanden seine Gruß- und
Dankesworte an den Chor und das Musikensemble, die er in 
fließendem Französisch vortrug.

 

 


 

Stand: 09. Januar 2010